Mailand
Die letzten bunten Vögel, die während der Modewoche Mailands Strassen verstopften, sind ausgeflogen. In einem klassizistischen Bau zwischen glitzernden Vitrinen im Einkaufsviertel Quadrilatero della moda schleicht ein Holzkabinenlift ins dritte Stockwerk hoch. «Benvenuto», wünscht der Hausherr und geleitet in den Salon. Sergio Romanos Wohnung, dekoriert mit Kupferstichen, noblen Vitrinen und ausladenden Bücherregalen, gleicht einer Zeitkapsel aus einer längst vergangenen Epoche. Hoch über der pulsierenden Modewelt und den schnelllebigen Trends residiert der Doyen der italienischen Politik, ein Zeitzeuge Mussolinis, der Ära der Brigate Rosse und des Kalten Kriegs ...