Gut möglich, dass dieser Romananfang von Tolstois «Anna Karenina», wahrscheinlich der berühmteste der Weltliteratur, bald auf Unverständnis stossen wird: «Alle glücklichen Familien sind einander ähnlich, jede unglückliche Familie ist unglücklich auf ihre Weise.»
Unser Unverständnis wird nicht etwa daher rühren, dass wir Glück oder Unglück nicht mehr auseinanderhalten könnten, sondern daher, dass wir nicht mehr wissen, was mit Familie wirklich gemeint ist, mit diesem komplizierten und vielgliedrigen Organismus, diesem Kosmos aus Eltern, Kindern, Tanten, Onkeln, Cousins, Grosseltern, in den jeder von uns hineingeboren wird.
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