Ausschnitt ist nicht gleich Ausschnitt. Meiner war nicht besonders gewagt, aber auch nicht zu leugnen, als mich, zig Jahre ist es her, ein ranghoher CSU-Politiker darauf ansprach. Wir befanden uns auf einem Galaempfang in München, alle fesch, alle schick. Ich war als Reporterin vor Ort, ebenfalls in Abendgarderobe, und führte, wie es eben üblich ist, dort und da kurze Interviews. Irgendwann stand ich mit jenem CSU-Politiker zusammen, der auf jeglichen Augenkontakt verzichtete und im Grunde nur mit meinem Ausschnitt sprach. «Was Sie da zu bieten haben, sauba, sag I», kommentierte er breit grinsend, als wir uns verabschiedeten. Frei aus dem Bayerischen übersetzt, hatte er mir also ...