Ab dem 1. Januar 2026 müssen Importeure von Stahl, Aluminium, Zement und weiteren Industrieprodukten bei der Einfuhr in die EU erstmals für CO2-Emissionen zahlen, die bei der Herstellung im Ausland entstehen. Dies berichtet Euronews. Der sogenannte Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM) soll europäische Hersteller vor Billigimporten aus Ländern mit laxeren Klimastandards schützen.
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Kritiker sprechen von Protektionismus und befürchten neue Handelskonflikte. Die USA, China, Indien und Russland lehnen die Regelung ab. Die USA warnten zuletzt bei einem Besuch von Energieminister Chris Wright in Brüssel vor «Handelsbarrieren». Ägypten beantragte bereits eine Ausnahme und plant eine eigene CO2-Steuer zum Schutz der lokalen Industrie.
Die Abgabe orientiert sich am EU-Emissionshandel und liegt derzeit bei 70 bis 100 Euro pro Tonne CO2. Können Exporteure keine verlässlichen Emissionsdaten liefern, müssen Importeure auf konservative Standardwerte zurückgreifen – was die Kosten erhöht.
Laut der EU soll CBAM sogenannte carbon leakage verhindern, also die Verlagerung der Produktion in Drittstaaten. Um die Belastung abzufedern, kündigte die EU-Kommission im Dezember einen temporären Fonds an. Bis 2028 rechnet die EU mit Einnahmen von 1,5 Milliarden Euro.