108 Milliarden Dollar für Warner Bros.: Netflix und Paramount liefern sich Rekordschlacht um das uralte Hollywood-Studio
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108 Milliarden Dollar für Warner Bros.: Netflix und Paramount liefern sich Rekordschlacht um das uralte Hollywood-Studio

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108 Milliarden Dollar für Warner Bros.: Netflix und Paramount liefern sich Rekordschlacht um das uralte Hollywood-Studio
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Die bisher teuerste Übernahme in Hollywood liegt sechs Jahre zurück. 2019 zahlte Disney für 21st Century Fox (vormals 20th Century Fox) 71 Milliarden Dollar. Nun greift der Streamingdienst Netflix (1997 gegründet als Verleih von DVDs, die per Post versandt wurden) nach Warner Bros., eine Firma, die mit Filmen von «Casablanca» bis «Barbie» seit 1923 im Geschäft ist.

HANNIBAL HANSCHKE / KEYSTONE
epa12579810 The app logos of Netflix, Warner Brothers and Paramount are seen on a smartphone display in Berlin, Germany, 09 December 2025
HANNIBAL HANSCHKE / KEYSTONE

Am 5. Dezember 2025 gab Netflix bekannt, Warner für 83 Milliarden Dollar zu kaufen. Drei Tage später, am 8. Dezember, grätsche David Ellison mit einem feindlichen Übernahmeangebot rein: Er bietet 108 Milliarden Dollar. Erst vor wenigen Monaten besiegelte Ellison, der Sohn von Oracle-Gründer Larry Ellison, den Kauf des ältesten Hollywood-Studios, Paramount, für rund 8 Milliarden Dollar, wo er nun als CEO waltet.

David Ellison, 42, der 2010 die Filmproduktionsfirma Skydance gegründet hatte, die zum Beispiel «Top Gun: Maverick» ins Kino brachte, hatte sein Interesse an Warner schon im August verkündet. Seither hat er dem Warner-Verwaltungsrat fünf Angebote gemacht: am 14. September 19 Dollar, am 30. September 22 Dollar, am 19. Oktober 23,50 Dollar, am 1. Dezember 26,50 Dollar und am 4. Dezember 30 Dollar pro Aktie. Dieser entschied sich aber für das tiefere Gebot (27,75 Dollar pro Aktie – im Ganzen 83 Milliarden) von Netflix. Daraufhin richtete sich Ellison am 8. Dezember direkt an die Aktionäre und bot ihnen 30 Dollar pro Anteil – total 108 Milliarden.

Gebannt verfolgt man in Hollywood und in Washington die Schlacht um Warner. Kritische Stimmen sind die lautesten. Schlucke Netflix Warner (offiziell: Warner Bros. Discovery), sei dies kartellrechtlich heikel, hört man aus beiden politischen Lagern. Der Knackpunkt ist die Zahl der Streaming-Abonnenten: Netflix hat 300 Millionen Kunden, Warner, zu dem HBO Max gehört, kommt auf 128 Millionen. Monopolartige über 420 Millionen Abonnenten – was gemäss Paramount einen weltweiten Anteil von 43 Prozent ausmacht – seien wettbewerbsfeindlich, heisst es. Zudem gilt das Netflix-Unternehmen, das zuerst den Videomarkt erledigte und dann mit seinem Streamingangebot das herkömmliche Fernsehen und das Kinogeschäft pulverisierte, in Hollywood als Eindringling, der nun das «ultimative Stück des Hollywood-Establishments» (Warner, die Red.) kauft, wie ein Kommentator die Lage beschreibt.

Die Sympathien liegen also eher bei Ellison, der mit Paramount unter anderem eine Pro-Kino-Strategie fährt. Er hat vor, die Produktion der Spielfilme zu verdoppeln, während beim berüchtigten Disruptor Netflix das Interesse am Kinogeschäft naturgemäss gering ist. Handkehrum befürchtet man bei einer Warner-Übernahme durch Ellisons Paramount eine massive Entlassungswelle, da Paramount und Warner beides klassische Filmstudios sind, die das Gleiche tun und wohl zusammengelegt würden. Kommt Netflix zum Zug, besteht die Hoffnung, dass das Filmstudio Warner ergänzend wirkte und somit weniger Personal über die Klinge springen müsste.

Erhielte Paramount den Zuschlag, würde es in einer anderen Sparte, dem Nachrichten-Geschäft, zu einer Machtballung kommen. Diese könnte ebenfalls kartellrechtliche Bedenken wecken. Paramount besitzt den Nachrichten-Riesen CBS, Warner CNN. Zusammen entstünde ein News-Gigant, der die «70 Prozent in der (politischen, die Red.) Mitte stehenden Amerikaner» ansprechen würde, sagte Ellison am 8. Dezember in einem Interview mit CNBC.

Der Warner-Verwaltungsrat wird in den nächsten zehn Tagen auf Ellisons 180-Milliarden-Dollar-Übernahmeangebot reagieren; am 10. Januar 2026 um 17 Uhr läuft es aus. Würde sich Warner für Paramount umentscheiden, hätte Netflix Anspruch auf eine Kündigungsgebühr von 2,8 Milliarden Dollar.

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