Nur zwei Monate nach einem von Malaysia und den USA vermittelten Friedensabkommen hat Thailand erneut Luftangriffe entlang der kambodschanischen Grenze geflogen. Am Montagmorgen (Ortszeit) setzte die thailändische Armee laut Generalmajor Winthai Suvaree Kampfjets gegen mutmassliche Stellungen der kambodschanischen Armee in der Provinz Ubon Ratchathani ein, berichtet die Bild-Zeitung.
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Zuvor soll ein kambodschanischer Trupp das Feuer auf thailändische Soldaten eröffnet haben. Dabei wurde ein Soldat getötet, vier weitere wurden verletzt. Die Zweite Armeeregion in Thailand, zuständig für den Nordosten des Landes, ordnete die Evakuierung mehrerer Grenzbezirke an, 385.000 Menschen wurden evakuiert. Ein Sprecher erklärte: «Rund 70 Prozent der Bevölkerung in den Grenzbezirken wurden evakuiert. 35.623 Menschen haben sich für Notunterkünfte registriert.»
Kambodscha forderte ein sofortiges Ende der «feindseligen Aktivitäten». Die Regierung in Phnom Penh warf Thailand vor, den Angriff begonnen zu haben und zunächst keine Gegenwehr provoziert zu haben. Das Verteidigungsministerium sprach von einem Bruch des Friedensabkommens.
Bereits im Juli war es zu einer schweren Eskalation des jahrzehntelangen Grenzkonflikts gekommen, bei dem Dutzende Menschen starben und rund 300.000 auf der Flucht waren. Im Oktober kam es unter internationalem Druck zu einem Friedensschluss, der unter anderem den Abzug schwerer Waffen und die Freilassung von Kriegsgefangenen vorsah. Doch dieser hielt nicht lange: Mitte November setzte Thailand das Abkommen wegen eines «Grenzvorfalls» aus.