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5. Vertrauensverlust ins Finanzsystem

Schuldenberge, systemische Risiken und vermehrte Eingriffe des Staates stellen das Vertrauen der Anleger auf eine harte Probe.
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5. Vertrauensverlust ins Finanzsystem

Die Staaten weltweit waren noch nie so stark verschuldet wie heute. Diese Lawine kann kaum mehr gestoppt werden, weshalb das Vertrauen des Marktes in die Bonität der Staaten bröckelt. Doch die Achillesferse des Finanzsystems liegt woanders.

Der rasante Aufstieg des Goldes ist daher kein Zufall, sondern eine Folge des abnehmenden Vertrauens. Staaten, Notenbanken und Investoren weltweit realisieren, dass die Sicherheit des US-Dollars schwindet und die westliche Schuldenökonomie grosse Gefahren birgt. Gerade die Zentralbanken der Schwellenländer kauften deshalb in den letzten Jahren tonnenweise Gold. Sie bezahlten mit US-Staatsanleihen, um sich unabhängiger von der unberechenbaren US-Wirtschaftspolitik zu machen.

Vom Eigentümer zum ungesicherten Gläubiger
Eine weitere Gefahr geht von der fortschreitenden Zentralisierung der Finanzinfrastruktur aus. Nach der Abschaffung der physischen Wertpapiere und der Entmaterialisierung des Eigentums, liegt heute die Kontrolle über Billionen von Anlagegeldern bei wenigen Institutionen, verwaltet von sogenannten Zentralverwahrern. Was als Effizienzgewinn gefeiert wurde, könnte sich im Ernstfall als Achillesferse des gesamten Systems erweisen.

Ein Blick in die USA zeigt Erschreckendes: Zentralverwahrer führen die Aktien vorwiegend über Tochtergesellschaften. Juristisch besitzen Anleger dort keine Wertpapiere, sondern lediglich ein security entitlement, eine Forderung gegenüber dem Verwahrer. Im Konkursfall stehen sie hinter den Grossbanken und wären rechtlich nur ungesicherte Gläubiger.

Auch in Europa ist die Lage kaum besser. In Deutschland verwahrt Clearstream nahezu alle Titel. Zwar gelten Anleger als Miteigentümer am Sammelbestand, doch der Zugriff auf diese Vermögenswerte hängt von der Stabilität der Verwahrkette ab und diese ist global verflochten. In der Schweiz sorgt zwar das Bucheffektengesetz für einen stärkeren Eigentumsschutz, doch die SIX SIS AG ist ebenfalls in das internationale Netz aus Euroclear und Clearstream eingebunden. Ein globaler Zahlungsausfall würde auch Schweizer Anleger treffen.

Hinzu kommt ein weiteres Risiko: Viele Banken nutzen die bei ihnen eingebuchten Titel für die Wertpapierleihe (securities lending), häufig an Hedgefonds oder Shortseller, was den Markt zusätzlich unter Strom setzt. Kommt es zu Turbulenzen, kann das böse enden: Verliehene Aktien können im Ernstfall nicht mehr zurückgeführt werden. Was im Depot als Eigentum erscheint, ist dann längst Teil eines fremden Spiels geworden.

Ein Dominoeffekt wie 2008?
Die Finanzkrise 2008 hat gezeigt, wie wenig es braucht, um das Vertrauen in das System zu zerstören. Der Konkurs von Lehman Brothers löste eine Kettenreaktion aus, die das weltweite Finanzsystem an den Rand des Kollapses brachte. Nur durch staatliche Interventionen bei systemrelevanten Banken – etwa die UBS, AIG, Royal Bank of Scotland oder Hypo Real Estate – konnte Schlimmeres verhindert werden. Doch die Pleite der Credit Suisse 2023 hat deutlich gemacht: Das System ist heute nicht stabiler geworden, der Vertrauensverlust führte zum Absturz und der späteren Verschmelzung mit der UBS unter staatlicher Begleitung. Dieser Einzelfall genügte, um Schockwellen durch die global vernetzten Finanzmärkte zu schicken.

Ein Konkurs eines Zentralverwahrers dürfte eine ähnliche Panik auslösen. Er würde zwar das Eigentum an Wertpapieren nicht vernichten, wohl aber den Zugriff darauf. Depots können eingefroren, Transaktionen blockiert und Eigentumsnachweise verzögert werden. Anleger stünden plötzlich mit leeren Händen da, als Gläubiger in einer Konkursmasse und abhängig vom guten Willen der Behörden und Banken.

Die Stabilität des Finanzsystems basiert letztlich nicht auf Vorschriften oder korrekten Prozessen, sondern auf Vertrauen – in Institutionen, in digitale Buchungen, in Gesetze. Doch was, wenn dieses Vertrauen schwindet? Wenn Staaten in einer nächsten Krise zu drastischen Massnahmen greifen, etwa zu Vermögensabgaben, Kapitalverkehrskontrollen oder gar Enteignungen? Der Gedanke erscheint nicht mehr abwegig. Schon heute wird über digitale Zentralbankwährungen (CBDCs) diskutiert, die dem Staat eine nie dagewesene Kontrolle über den Zahlungsverkehr geben würden.

Reale Sachwerte als mögliche Lösung
Eine wachsende Zahl von Anlegern zieht daraus Konsequenzen. Statt auf digitale Forderungen setzen sie auf reale, greifbare Werte. Diese Anlageformen benötigen keine Zwischeninstanz, keine Zentralverwahrer, keine Banken. Sie existieren ausserhalb des Systems und bieten damit einen gewissen Schutz vor dessen Zusammenbruchs. Die RealUnit Schweiz AG verfolgt genau diesen Ansatz. Ihr Ziel ist der Erhalt realer Kaufkraft durch einen hohen Anteil an physischen Sachwerten, die unabhängig vom Bankensystem in Hochsicherheitslagern aufbewahrt werden – etwa physisches Gold, Silber oder Bargeldreserven. Dazu kommen Beteiligungen an Firmen mit krisenresistentem Geschäftsmodell. Diese Strategie ist nicht spekulativ, sondern setzt auf Stabilität. Sie soll Vermögen sichern, wenn das Vertrauen ins System erodiert.

Fazit:
Der moderne Anleger steht vor einer unbequemen Wahrheit: Wer Kontrolle über sein Vermögen behalten will, muss sich von der Illusion lösen, dass Buchungen auf einem Konto oder Depot unantastbar sind. Die Zentralverwahrerfalle zeigt, wie wenig es braucht, um den Zugriff auf seine Wertpapiere zu verlieren – und wie eng die globale Finanzarchitektur miteinander verflochten ist. Das Vertrauen, das einst das Rückgrat des Kapitalismus bildete, schwindet. Und dieses Misstrauen ist berechtigt. Denn das Finanzsystem, das auf digitalen Versprechen aufgebaut ist, kann jederzeit implodieren – so wie Lehman Brothers, so wie Credit Suisse. Wer nicht von diesem Finanzsystem abhängig sein will, tut gut daran, rechtzeitig einen Teil seines Vermögens daraus herauszulösen. Die RealUnit bietet mit Ihrem Aktientoken auf der Blockchain einen spannenden Wertspeicher.

 

RealUnit Schweiz AG
Schochenmühlestrasse 6, CH-6340 Baar
Tel. +41 41 761 00 90   [email protected]

 

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