Es war nur eine Frage der Zeit, bis er dran war: Die Universität Halle-Wittenberg soll nicht mehr den Namen des angeblichen Klassenfeinds, Rassisten und Sexisten Martin Luther tragen
Suchbegriff

Die Weltwoche bietet tägliche Analysen, exklusive Berichte und kritische Kommentare zu Politik, Wirtschaft und Kultur.

Konto Anmelden
Abonnemente
Jedes Abo eine Liebeserklärung an die Meinungsvielfalt.
AboDigital
Für alle, die Online lesen wollen
Alle Artikel online lesen
E-Paper inklusive
App (iOS & Android)
AboPrint & Digital
Printausgabe & digital jederzeit dabei
Wöchentliche Printausgabe
Alle Artikel online lesen
E-Paper inklusive
App (iOS & Android)
Sind Sie noch nicht überzeugt? Details zu den Abos
Die Weltwoche

Es war nur eine Frage der Zeit, bis er dran war: Die Universität Halle-Wittenberg soll nicht mehr den Namen des angeblichen Klassenfeinds, Rassisten und Sexisten Martin Luther tragen

Nach Kolumbus, Beethoven, Kant, Schopenhauer, Hegel, Nietzsche, Wagner, Bismarck, Churchill, George Washington, Gandhi, Jim Knopf und Lukas dem Lokomotivführer ist jetzt auch Martin Luther dran.

Die «Cancel Culture», neueste Geisteskrankheit der westlichen Demokratien – die fanatisch betriebene rückwärtige Säuberung der Menschheitsgeschichte von allem, was irgendwie als «rassistisch», «sexistisch» oder «kolonialistisch» gebrandmarkt werden kann –, hat nun auch Sachsen-Anhalt erreicht, genauer: die Luther-Stadt Wittenberg.

Es war nur eine Frage der Zeit, bis er dran war: Die Universität Halle-Wittenberg soll nicht mehr den Namen des angeblichen Klassenfeinds, Rassisten und Sexisten Martin Luther tragen

Der tapfere Fachschaftsrat der Philosophischen Fakultät 1 kämpft für die Umbenennung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, weil der Augustinermönch und Bibelübersetzer ein «Antisemit», «Sexist» und «Klassenfeind» gewesen sei – so die erkenntnisleitenden Invektiven eines öffentlichen Vortrags in der letzten Januarwoche 2022.

Dass jener Mann, der am 31. Oktober 1517, also vor gut 500 Jahren, seine 95 Thesen gegen die Dogmen der katholischen Papstkirche an die Wittenberger Schlosskirche schlug, im Gedankengebäude des christlichen Antijudaismus gefangen war wie so viele seiner Zeit, ist keine Meldung wert.

Ebenso wenig wie die Tatsache, dass George Washington etwa 400 Sklaven hatte, Friedrich Nietzsche («Vergiss die Peitsche nicht, gehst du zum Weibe!») Alice Schwarzers «Der kleine Unterschied und seine grossen Folgen» nicht kannte und Ludwig van Beethoven am Ende ein ziemlich alter, gehörloser weisser Mann war, der es nicht mal auf zehn Symphonien brachte, wobei er sich zum Schluss der neunten in der Not auf einen Chor verlegte.

Die einzige Frage, die sich stellt, lautet: Woher kommt dieses Cancel-Virus und warum ist es so ansteckend? Ist es womöglich auch einem chinesischen Forschungslabor entsprungen, um das Immunsystem des Westens zu zerstören? Oder handelt es sich am Ende doch um ein endemisches Phänomen wie in der spätrömischen Epoche: die Selbstzerstörung einer jahrhundertealten Kultur, die ihren Errungenschaften gegenüber nur noch Überdruss und (Selbst-)Hass empfindet?

Abonnement
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Abo prüfen
Startdatum: 01.04.2026
Mit der Bestellung akzeptieren Sie unsere AGBs.
Ihre Angaben
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
    (Newsletter kann jederzeit wieder abbestellt werden)

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche.ch/weltwoche.de sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels, an Protagonisten des Zeitgeschehens oder an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Wählen Sie im Zweifelsfall den subtileren Ausdruck.

Unzulässig sind:

  • Antisemitismus / Rassismus
  • Aufrufe zur Gewalt / Billigung von Gewalt
  • Begriffe unter der Gürtellinie/Fäkalsprache
  • Beleidigung anderer Forumsteilnehmer / verächtliche Abänderungen von deren Namen
  • Vergleiche demokratischer Politiker/Institutionen/Personen mit dem Nationalsozialismus
  • Justiziable Unterstellungen/Unwahrheiten
  • Kommentare oder ganze Abschnitte nur in Grossbuchstaben
  • Kommentare, die nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen)
  • Kommentare, die kommerzieller Natur sind
  • Kommentare mit vielen Sonderzeichen oder solche, die in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • Kommentare, die mehr als einen externen Link enthalten
  • Kommentare, die einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Kommentare, die nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu
  • Kommentare, die nicht auf Deutsch sind. Die Forumssprache ist Deutsch.

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Prüfer sind bemüht, die Beurteilung mit Augenmass und gesundem Menschenverstand vorzunehmen.

Die Online-Redaktion behält sich vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Wir bitten Sie zu beachten, dass Kommentarprüfung keine exakte Wissenschaft ist und es auch zu Fehlentscheidungen kommen kann. Es besteht jedoch grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Über einzelne nicht-veröffentlichte Kommentare kann keine Korrespondenz geführt werden. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.