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Die Weltwoche

Es ist Mittwoch, 3. Dezember. Guten Morgen, herzlich willkommen im Adventskalender. Über meinem Schreibtisch hängt ein Alphorn. Das ist vielleicht etwas ungewöhnlich, aber nicht ganz zufällig. Denn erstens gefällt es mir. Das Alphorn ist sehr ästhetisch, ganz aus Holz. Kein Metall, kein Plastik, alles ist Natur. Von Profis gebaut, aus Fichten, aus langsam und gleichmässig gewachsenen Baumstämmen aus dem Emmental. Sorgfältig verleimt, gewogen, lackiert, poliert, alles in Handarbeit. Ein halbes Jahr lang habe ich auf mein Exemplar warten müssen. In der Schweiz kennt man das Alphorn seit dem 14. Jahrhundert, vermutlich ist es aber noch viel älter. Ursprünglich war es gar kein Musikinstrument, sondern ein Signalhorn. Zur Verständigung in den Alpen, über die Täler hinweg, als Warnsignal, zum Beispiel beim Aufziehen von Gewittern oder bei anderen Gefahren. Später wurde daraus dann ein Musikinstrument. Allerdings ein ungewöhnliches, denn es hat keine Klappen oder Tasten oder Ventile. Unterschiedliche Töne kann man nur mit dem Mund erzeugen, durch Lippenanspannung und durch Änderungen im Luftstrom. Bei Anfängern wie bei mir klingt dann das nicht wirklich überzeugend. Aber ein Könner entlockt dem Alphorn einen wunderbaren Klang. Warm, melancholisch und majestätisch. Warum also hängt das Alphorn über meinem Schreibtisch? Nicht nur, weil es schön ist, sondern auch, weil es ein Symbol ist. Symbol für die Kraft der Reduktion. Weniger ist mehr. Das gilt beim Alphorn. Keine Seiten, keine Tasten, keine Klappen, keine komplizierte Mechanik. Nur gerade Holz und Luft. Und doch, das Alphorn schafft etwas, das andere Instrumente so nicht schaffen. Sein Klang geht durch Mark und Bein. Wie macht das das Alphorn? indem es auf ganz vieles verzichtet. Das Alphorn kann ganz vieles nicht. Es kann kein haarsträubendes Pizzicato wie die Stradivari-Geige, kein virtuoses Crescendo über fünf Oktaven hinweg wie der Konzertflügel, nicht einmal eine anständige Tonleiter kommt aus einem Alphorn heraus, nur gerade Naturtöne. Das Alphorn kann ganz viel nicht und genau das ist seine Stärke, die Reduktion. Wirkung durch Reduktion, das gilt auch im Leben, Alles weglassen, was für dein Ziel nicht wichtig ist. Keine komplizierten Konstrukte, die funktionieren sowieso nicht. Einfache Lösungen. KISS, sagt man dem auf Neudeutsch abgekürzt. Keep it simple, stupid. Mach's nicht kompliziert, du Löli, könnte man auf Schweizerdeutsch sagen. KISS, das ist der Tagestipp. Weniger ist mehr. Wenn du etwas erreichen willst, dann musst du alles Unwichtige weglassen. Du musst dich ganz auf eine Sache konzentrieren. Und wenn du wieder vor einem Problem stehst, dann denke einfach an das Alphorn. Das Alphorn kann ganz viel nicht. Aber was es kann, das kann niemand sonst so gut. Soviel für heute. Wenn du noch Zeit hast, kannst du noch Laurent Devasche, die Fribourger Nationalhymne, auf dem Alphorn hören. Wenn nicht, sehen wir uns morgen wieder. Morgen zum Thema. Aber nein, ich sage nichts. Es gibt Leute in unserer Community, die haben mir geschrieben. Ich solle nicht immer die Spannung schon auflösen, wenn ich etwas über den nächsten Tag sage. Also nichts. Nur so viel, wenn du Barbara heisst, dann solltest du morgen unbedingt zuschauen. Bis dann, alles Gute, einen einfachen Tag und auf Wiedersehen. Oh,

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Adventskalender – 3. Dezember

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