Es ist eine alte Versuchung der Politik, sich auf Parkett zu begeben, auf dem man nur ausrutschen kann. Dass nun Teile der AfD meinen, im hochexplosiven Nahostkonflikt mitmischen zu müssen, ist mehr als nur ein diplomatischer Fauxpas – es ist ein fundamentaler Verrat an konservativen Grundwerten. Konservative Politik zeichnet sich auch durch Zurückhaltung, Realitätssinn und vor allem durch das Prinzip der Nichteinmischung aus. Wer glaubt, als deutsche Oppositionspartei in der Levante Weltpolitik spielen zu können, verkennt die eigene Rolle und die Komplexität der dortigen Geschichte. Wir sollten uns hüten, die moralisierende Überheblichkeit, die wir beim Berliner Mainstream völlig zu Recht kritisieren, nun von rechtsaussen zu kopieren.
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Man löst die Probleme in Deutschland nicht dadurch, dass man sich im Ausland neue Fronten sucht. Das ist kein Profilgewinn, sondern ein Irrweg, der nur den Gegnern der Opposition in die Hände spielt.
Die AfD wurde gewählt, um die Fehlleistungen der Ampel zu korrigieren, um die Migrationskrise zu bändigen und um dem ökonomischen Selbstmord Deutschlands Einhalt zu gebieten. Jede Sekunde, die man mit geopolitischer Schaumschlägerei im Nahen Osten verschwendet, fehlt bei der harten Arbeit an der Heimatfront. Es ist an der Zeit, dass sich die Vernunftkräfte innerhalb der Partei durchsetzen. Wer sich nicht gemein macht mit den Streitparteien dieser Welt, behält die Glaubwürdigkeit, im eigenen Land für Ordnung zu sorgen.
