Ein mögliches Verbot der AfD polarisiert die Bevölkerung in der Bundesrepublik. Laut einer aktuellen INSA-Umfrage im Auftrag der Bild-Zeitung sprechen sich jeweils 42 Prozent der Deutschen dafür beziehungsweise dagegen aus. Elf Prozent sind unentschieden, fünf Prozent wollten sich nicht äussern.
Auffällig ist die parteipolitische Trennlinie: Während AfD-Anhänger ein Verbot mit überwältigender Mehrheit (82 Prozent) ablehnen, teilen auch Wähler des Bündnis Sahra Wagenknecht (67 Prozent) und der FDP (58 Prozent) diese Ablehnung mehrheitlich. Auf der Gegenseite befürworten Anhänger von SPD, Grünen und Union mehrheitlich ein Verbot – mit Zustimmungswerten zwischen 50 und 69 Prozent.
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Die AfD hat laut Wählererwartung in mehreren Bundesländern realistische Chancen auf einen Ministerpräsidentenposten. 69 Prozent der Befragten halten es für möglich, dass die Partei 2026 erstmals ein Landesregierungsamt übernimmt. Besonders AfD-Wähler (57 Prozent) und auch 35 Prozent der Linken-Anhänger trauen der Partei einen Durchbruch gleich in mehreren Bundesländern zu.
Gleichzeitig zeigt die Umfrage grosse Skepsis gegenüber einer Regierungsbeteiligung der AfD: 54 Prozent sähen eine Regierungsübernahme negativ, 46 Prozent fürchten (eher) negative Auswirkungen. Besonders hoch ist die Ablehnung unter Grünen-Wählern mit 84 Prozent. Zustimmung erfährt das Szenario fast ausschliesslich unter AfD- und BSW-Wählern.