Autohersteller wie Porsche, Mercedes-Benz oder VW wollen wieder stärker in Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren investieren. Alle haben sie jüngst teilweise ihre Strategien angepasst, weil auch die Elektromobilität Schwierigkeiten mit sich bringt. Die Politik jedoch will weg von den Verbrennerautos. Geht es nach der EU, so sollen Neuwagen ab 2035 kein CO2 mehr ausstossen.
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In die gleiche Richtung bewegt sich die Schweiz: «Fahr mit dem Strom» heisst etwa eine Kampagne des Bundesamts für Energie. In Albert Röstis Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) will man Bürger von E-Autos überzeugen. Jedes zweite neu zugelassene Fahrzeug soll bis Ende Jahr ein E-Auto sein, heisst es in einer Roadmap.
Aber lohnt es sich in Sachen CO2-Bilanz überhaupt, wegzukommen von den Verbrennungsmotoren? Ist es klimafreundlicher, sofort ein neues E-Auto zu kaufen, anstatt noch weitere Jahre ein Benzin-Fahrzeug zu nutzen?
Um Antworten auf derlei Fragen zu erhalten, beauftragte das Bundesamt für Energie das Beratungsbüro Infras. Dieses kam in einer Studie zum Schluss, dass der Wechsel zu E-Autos klimafreundlicher sei und in 90 Prozent der Fälle zu CO2-Einsparungen führe.
Für diese wenig überraschenden Erkenntnisse wendete man im Energiedepartement allein im Jahr 2024 knapp 120.000 Franken auf, wie die Republik am Mittwoch berichtete. Das Onlineportal ist durch eine Anfrage via Öffentlichkeitsgesetz an die Studie sowie die E-Mail-Korrespondenz der Behörde gelangt.
Überzeugt von den Untersuchungen schien man im Uvek selbst nicht wirklich gewesen zu sein. Das Bundesamt für Energie wollte die Studie nicht der Öffentlichkeit preisgeben. Sie sei «halt schon akademisch», soll es in der Kommunikationsabteilung der Behörde geheissen haben. In der Realität überlege niemand, ob er sein bisheriges Fahrzeug «aus Klimasicht» durch ein E-Auto ersetze, so der Ton. Dazu sei die Angst vor Kritik gekommen. Man will schliesslich nicht als Behörde, die «elitäre Empfehlungen» abgibt, dastehen.
Die Angst, das steht fest, kommt nicht von ungefähr. Warum aber eine Behörde für diese wenig bahnbrechenden Erkenntnisse auch noch Steuergelder verpulvert, bleibt rätselhaft. Hier macht das Departement von Energieminister Albert Rösti, der selbst von der anfänglichen Geheimhaltung nichts gewusst haben soll, eine schlechte Figur.