Viele Jahre entwickelte sich die Energiepolitik ganz nach dem Wunschkatalog der Linken und Grünen, die mit der Unterstützung der Mitte-Partei und Teilen der FDP ihr alternatives Stromkonzept durchdrücken konnten. Damit wurde unsere Versorgung mit elektrischer Energie, früher eine der sichersten in Europa, anfällig für Strommangellagen.
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SVP-Bundesrat Albert Rösti brachte frischen Wind ins Infrastrukturdepartement, wo die Energiepolitik des Landes gemacht wird. Er ging auch pragmatischer ans Werk als seine Vorgängerinnen Doris Leuthard (die Mitte) und Simonetta Sommaruga (SP). Zuerst sorgte Rösti mit dem Stromversorgungsgesetz und mit dem Klima- und Innovationsgesetz dafür, dass auch künftig in erneuerbare Energieträger (Wasserkraft, Sonne, Wind usw.) investiert wird und die Versorgungssicherheit künftig garantiert ist.
In diesem Jahr präsentierte er nun auch eine Vorlage, welche den Bau neuer AKW in der Schweiz wieder erlauben soll. Es ist ein Gegenvorschlag zur sogenannten Initiative «Jederzeit Strom für alle (Blackout stoppen)», die eine Renaissance der Kernkraft anstrebt. Zur Erinnerung. Der Bau neuer AKW ist seit Annahme der Energiestrategie im Jahre 2017 verboten.
Rösti begründete seinen Nuklearschlag folgendermassen: «Die Nachfrage nach zusätzlichem Strom wird enorm sein. Da sollten wir für ein neues AKW bereit sein.» Die linken und grünen Sonnenanbeter im nationalen Parlament, welche die abenteuerliche Auffassung vertreten, man könne mit Solarkraft alle Energieprobleme lösen, spuckten Gift und Galle.