Trotz Streiks und Proteste hat das griechische Parlament ein neues Arbeitsgesetz verabschiedet, das unter bestimmten Bedingungen tägliche Arbeitszeiten von bis zu 13 Stunden erlaubt. Die Regierung rechtfertigt das Gesetz mit dem Ziel, den Arbeitsmarkt an «moderne Realitäten» anzupassen. Kritiker sprechen dagegen von einem «arbeitsrechtlichen Rückfall ins Mittelalter».
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Laut der BBC gilt die Neuregelung nur für den Privatsektor und darf höchstens an 37 Tagen im Jahr angewendet werden. Die Regierung betont, dass eine Ausdehnung der Arbeitszeit nur freiwillig und mit 40 Prozent Lohnzuschlag möglich sei. Gleichzeitig soll die Ablehnung von Überstunden nicht zur Kündigung führen dürfen.
Die oppositionelle Syriza-Partei bezeichnete das Gesetz als «gesetzgeberisches Monstrum» und enthielt sich bei der Abstimmung. Die sozialdemokratische Pasok stimmte dagegen. Arbeitsministerin Niki Kerameus erklärte hingegen, das Gesetz orientiere sich an den Vorgaben der EU-Arbeitszeitrichtlinie, die im Jahresdurchschnitt eine 48-Stunden-Woche erlaubt.
Griechen arbeiten laut Eurostat mit durchschnittlich 39,8 Wochenstunden damit am längsten in der EU – bei vergleichsweise niedrigen Löhnen. Der Mindestlohn lag Anfang 2025 bei 968 Euro im Monat, die Arbeitslosigkeit betrug zuletzt 8,1 Prozent.