Als Nationalrat will der frühere Armeechef Thomas Süssli den heutigen Armeechef kommandieren. Das ist eine miserable Idee
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Als Nationalrat will der frühere Armeechef Thomas Süssli den heutigen Armeechef kommandieren. Das ist eine miserable Idee

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Als Nationalrat will der frühere Armeechef Thomas Süssli den heutigen Armeechef kommandieren. Das ist eine miserable Idee
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Der zurückgetretene Korpskommandant Thomas Süssli hat Mühe, seine eigene Rolle richtig einzuschätzen. Noch als amtierender Armeechef stellte er sich dem Advisory Board der NZZ Academy zur Verfügung – eine einseitige Bevorzugung eines einzelnen Mediums im freien Markt, die einem Chefbeamten des Bundes unter keinem Titel gestattet ist.

Peter Schneider/Keystone
Thomas Süssli an der Präsentation der Armeebotschaft in Thun
Peter Schneider/Keystone

Nun will der glücklose Süssli, der als Armeechef der falsche Mann war und der den heutigen pitoyablen Zustand der Armee massgeblich mitverantwortet, für die Luzerner FDP in den Nationalrat einziehen. Erst vor drei Monaten ist er – wohl mit diesem konkreten Ziel vor Augen – der Partei beigetreten.

Wenn die NZZ dieses «Novum» mit Hinweisen auf die «nationalen Identifikationsfiguren» Guillaume Henri Dufour und Henri Guisan begründet, lösen solche Vergleiche doch eher Heiterkeit aus. Zumal wenn Süssli deren Format im Ernstfall aufgrund seiner Funktion als Covid-General erlangt haben soll.

Stossend ist indessen, dass der auf eigenen Wunsch weit vor dem Pensionsalter zurückgetretene Armeechef Thomas Süssli in die Politik drängt und sich dort mit Armee- und Sicherheitsfragen beschäftigen will. Denn als Politiker wäre er plötzlich der Vorgesetzte des heutigen Armeechefs Benedikt Roos. Und würde diesem als potenzielles Mitglied der Sicherheitspolitischen Kommission nach Lust und Laune dreinschwatzen.

Die Frage stellt sich, welche Qualifikationen sich Thomas Süssli nach seinem eher kümmerlichen Wirken in der Armee als Politiker zutraut. Überdies deutet sein Wechsel in die Politik darauf hin, dass er sich wohl schon als Armeechef gewissermassen als Politiker empfunden hat. Was ein Fehler ist, weil er es nicht war – und von seiner Funktion her nicht sein durfte. Ein solches Durcheinander der Rollen dient der Sicherheitspolitik nicht, sondern schafft bloss Unsicherheit.

Die Institutionen, Kompetenzen und Abgrenzungen befinden sich im Zustand der allgemeinen Verlotterung. Überdies scheint der politische Ehrgeiz des eben erst abgetretenen obersten Militärs ansteckend wie eine Krankheit. Sein Nachfolger Benedikt Roos machte nach hundert Tagen vor den Medien ebenfalls auf Politiker: mit neutralitätspolitisch bedenklichen Aussagen zu Nato, EU und Ukraine-Krieg. Wenn sich Roos nicht bald auf seinen eigentlichen Auftrag besinnt, wird auch er als Süssli enden.

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