Die Schlacht ist geschlagen – der Eigenmietwert wird abgeschafft. Als klarer Gewinner geht der Hauseigentümerverband hervor. Dennoch gilt es zu bedenken: Der Kampf wurde mit völlig unterschiedlichen Mitteln geführt. Während die Befürworter rund sieben Millionen Franken in ihre Kampagne investierten, stand den Gegnern lediglich gut eine halbe Million zur Verfügung.
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Eine Niederlage wäre deshalb ein fatales Signal gewesen. Das bürgerliche Lager hat unter Beweis gestellt, dass es weiterhin möglich ist, linke Kräfte in die Schranken zu weisen. Der Plan der rot-grünen Gegenseite, wegen drohender Einnahmeausfälle die Abschaffung einer ungerechten Steuer zu sabotieren, ging nicht auf – zum Glück. Hätte dieses Argument überzeugt, wären grundlegende Reformen kaum noch umsetzbar gewesen.
Neben SP und Grünen hat es heute noch einen weiteren grossen Verlierer gegeben. Die Umfragen von GfS Bern im Auftrag der SRG lagen erneut grotesk daneben. Wenige Tage vor der Abstimmung prophezeite das Meinungsforschungsinstitut um Politologe und Umfrageguru Lukas Golder, 51 Prozent würden für die Abschaffung des Eigenmietwerts stimmen.
Tatsächlich lag der Ja-Anteil am heutigen Sonntag bei 58 Prozent.
Auch die E-ID sollte angeblich mit 60 Prozent Zustimmung angenommen werden, tatsächlich lag sie bei 50 Prozent.
Die Finanzierung dieser Umfragen übernehmen letztlich die Gebührenzahler. Es stellt sich die Frage, wie lange sich das noch rechtfertigen lässt.