Trotz Klimawandel wachsen die Bäume im Amazonasgebiet weiter – und zwar schneller als früher, berichtet der Tagesspiegel. Grund: die steigende Konzentration von Kohlendioxid in der Atmosphäre. Das Treibhausgas wirkt wie ein Dünger, wie ein internationales Forscherteam im Fachjournal Nature Plants schreibt.
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Die Wissenschaftler analysierten über dreissig Jahre hinweg Daten von 188 Beobachtungsflächen im Regenwald und stellten fest: Im Schnitt sind die Bäume pro Jahrzehnt um 3,2 Prozent grösser geworden. Die stärkere Photosynthese durch mehr CO2 beschleunige das Wachstum sowohl bei jungen als auch bei alten Bäumen.
«Trotz der Befürchtungen, dass der Klimawandel negative Auswirkungen auf die Bäume im Amazonasgebiet haben und den Kohlenstoffsenken-Effekt untergraben könnte, bleibt die stimulierende Wirkung von CO2 auf das Wachstum bestehen», erklärte die Hauptautorin Adriane Esquivel-Muelbert von der Universität Cambridge.
Doch der Effekt ist nicht nur positiv. Klimaforscherin Kirsten Thonicke vom Potsdam-Institut warnte, dass durch die geringere Verdunstung auch weniger Regen entstehen könnte. Zudem könnten Trockenperioden zunehmen, was langfristig selbst grosse Bäume gefährden würde.
Die Studienautoren betonen: Der alte Urwald ist durch nichts zu ersetzen. «Wir können nicht einfach neue Bäume pflanzen und erwarten, dass sie ähnliche Vorteile in Bezug auf Kohlenstoffbindung oder Biodiversität bieten wie der alte, natürliche Wald», sagte Rebecca Banbury Morgan von der Universität Bristol.
Seit 1985 sind laut Map-Biomas-Initiative bereits 52 Millionen Hektar Regenwald verlorengegangen – mehr als die Fläche Spaniens.