Der US-Satellitenbildanbieter Planet Labs veröffentlicht bis auf Weiteres keine hochauflösenden Aufnahmen aus den Kriegsgebieten im Nahen Osten. Das Unternehmen erklärte, die US-Regierung habe Anbieter aufgefordert, eine «unbefristete Zurückhaltung von Bildmaterial» umzusetzen.
Planet Labs stellte nach eigenen Angaben rückwirkend zum 9. März 2026 auf ein System des kontrollierten Zugangs um. Ziel sei es, zu verhindern, dass Gegner wie Iran oder die Hisbollah die Bilder für militärische Zwecke nutzen. Laut Spiegel-Bericht sollen Aufnahmen künftig nur noch in Einzelfällen freigegeben werden, etwa bei dringendem Bedarf oder wenn ein öffentliches Interesse vorliegt. Das Unternehmen spricht von «aussergewöhnlichen Umständen» und betont, man versuche, die Interessen aller Anspruchsgruppen auszubalancieren.
Planet Labs PBC/AP
Die Einschränkung trifft auch Medien und Journalisten, die Satellitenbilder regelmässig zur Analyse schwer zugänglicher Konfliktgebiete nutzen. Bislang stellte Planet Labs entsprechende Daten oft innerhalb weniger Stunden nach dem Überflug bereit. Bereits am 10. März hatte das Unternehmen den Zugang vorübergehend eingeschränkt und eine Verzögerung bei der Veröffentlichung eingeführt.
Auch andere Anbieter reagierten mit ähnlichen Massnahmen. Hintergrund ist die rechtliche Lage in den USA: Unternehmen, die hochauflösende Satellitenbilder kommerziell vertreiben, können aus Gründen der nationalen Sicherheit oder der Aussenpolitik zu Einschränkungen verpflichtet werden.