Anschlag von Magdeburg: Behörden prüfen nun tatsächlich, ob der Täter aus Saudi-Arabien überhaupt «schuldfähig» ist. Im Ernst?
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Anschlag von Magdeburg: Behörden prüfen nun tatsächlich, ob der Täter aus Saudi-Arabien überhaupt «schuldfähig» ist. Im Ernst?

Wenn sich die Ereignisse überschlagen, wie man so schön sagt, kommen einzelne Schicksale leicht unter die Räder. Menschen, die einfach verschwinden, in den Nachrichten nicht mehr vorkommen. Die Welt hat Wichtigeres zu tun. Die Meldung, dass eine Frau in Magdeburg ihren Verletzungen vom Attentat auf den Weihnachtsmarkt erlegen und damit zum sechsten Todesopfer geworden sei, fand man nur noch mit Mühe in die Randspalten der Meldungsseiten. Ein Mensch, ein Leben, sinnlos beendet. Weiter geht’s.

HENDRIK SCHMIDT / KEYSTONE
Anschlag von Magdeburg: Behörden prüfen nun tatsächlich, ob der Täter aus Saudi-Arabien überhaupt «schuldfähig» ist. Im Ernst?
HENDRIK SCHMIDT / KEYSTONE

Dabei ist der ganze Irrsinn von Magdeburg noch immer nicht zu fassen. Dem Attentäter von Magdeburg, dem Saudi Taleb A., kommt dabei zugute, dass die Schlampereien beim Sicherheitskonzept des Weihnachtsmarktes, aber auch im Umgang mit ihm selbst so unvorstellbar sind, dass der eigentliche Täter kaum noch interessiert. Er wird wohl in der zweiten Hälfte dieses Jahres den Prozess gemacht bekommen.

Und auch dabei reibt man sich als Bürger fassungslos die Augen: Zur Vorbereitung der Verhandlung seien jetzt Gutachten in Auftrag gegeben worden, schreibt die FAZ, die sich mit der möglichen Manipulation des Tatfahrzeugs (BMW X3) beschäftigen, andere Expertisen sollen über die Schuldfähigkeit erstellt werden.

Im Ernst? Ein Mann, dessen Schuldfähigkeit in Frage steht, durfte als Psychiater arbeiten und wurde später sogar im Massregelvollzug eingesetzt, wo psychisch kranke und suchtkranke Personen untergebracht werden, weil sie für die Öffentlichkeit eine Gefahr darstellen. Dass Taleb A. zu diesem Zeitpunkt bereits vorbestraft war und mehr als achtzig Mal bei verschiedenen Behörden und als ständiger Anzeigensteller auffällig wurde, kommt hinzu.

Besonders widersinnig wird das Ganze aber, wenn er tatsächlich das Tatfahrzeug manipuliert haben sollte, weil man dazu dann doch seine Sinne ziemlich beisammenhaben muss. In Fahrzeugen dieser Bauart greifen normalerweise verschiedene Assistenzsysteme ineinander, die das Auto beispielsweise bei Annäherung an Hindernisse selbständig abbremsen oder zumindest beim ersten Aufprall die Airbags auslösen, die nicht nur den Fahrer frontal abfangen, sondern auch eine neblige Treibladung freisetzen, die eine koordinierte Weiterfahrt schwer vorstellbar macht.

Und wenn Sie mir eine persönliche Bemerkung gestatten: Ich muss bei all dem immer wieder an die Angehörigen der Opfer denken, deren Schmerz und Leid durch dieses bodenlose Versagen, das Wegducken der Verantwortlichen und die nüchterne Kälte der juristischen Verfahren einfach nicht enden will. Es bleibt die eine Frage: Warum? Warum!

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