Die hohe Zahl von Bewerbungen für EU-Beamtenstellen zwingt die Auswahlbehörde EPSO zu einer Überarbeitung des Prüfungsverfahrens. Dies berichtet Euractiv. Demnach haben sich mehr als 170'000 Kandidaten für die allgemeinen Auswahlverfahren der Europäischen Kommission beworben – rund dreimal so viele wie erwartet.
RONALD WITTEK / KEYSTONE
Das Europäische Amt für Personalauswahl prüft deshalb verschiedene Szenarien. Verschiedene Lösungen, «einschliesslich eines mehrstufigen Verfahrens», stehen zur Debatte, erklärte EPSO-Direktor Olivier Salles . Künftig könnten die Prüfungen nicht mehr an einem einzigen Tag stattfinden, sondern in aufeinanderfolgenden Phasen über mehrere Tage oder Wochen verteilt werden.
Das bestehende System sei nicht darauf ausgelegt, eine so grosse Zahl an Bewerbern gleichzeitig zu verarbeiten. Durch ein gestaffeltes Verfahren würde die Zahl der Kandidaten pro Runde reduziert und der administrative Aufwand schrittweise sinken.
Unklar bleibt, wie viele Phasen die Prüfung umfassen wird. Auch der Zeitplan dürfte sich verzögern. Laut Salles ist nicht damit zu rechnen, dass die Tests vor Ende Juni oder Anfang Juli beginnen.
Die Auswahlprüfung wäre die erste seit 2019. Sie war zuvor wegen der Pandemie und wiederholter IT-Probleme ausgesetzt worden. Unter den Bewerbern stellen italienische Staatsangehörige mit rund 80'000 Personen die grösste Gruppe.