Stefan Renna hat bei den Olympischen Winterspielen in Cortina d’Ampezzo anstelle der Fahrt des israelischen Zweierbobs die politische Haltung der Fahrer besprochen. Der Kommentator des Westschweizer Fernsehens RTS hielt fest, dass sich der israelische Pilot nicht als Hamas-Befürworter, sondern als – o Wunder! - «Zionist bis ins Mark» geoutet habe und den «Genozid» an den Palästinensern gutheissen würde, und ja, man dürfe «Genozid» sagen, weil das die Uno ja auch sage.
Dass die Militärintervention Israels womöglich etwas mit den Hamas-Angriffen vom 7. Oktober 2023 zu tun haben könnte, bei denen mit über 1000 getöteten und 250 entführten Menschen der grösste Massenmord an Juden seit dem Zweiten Weltkrieg begangen wurde, liess Renna aus. Vielleicht war die Fahrt zu schnell zu Ende, und er hatte einfach keine Zeit mehr, vielleicht ist er aber einfach nur ein Antisemit, wie er in der Westschweiz öfters anzutreffen ist.
Man erinnert sich an die (West-)Schweizer Jungfechter, die sich bei der U-23-EM von der israelischen Fahne abwandten, oder an die Hochschulen in Genf und Lausanne, die sich öffentlich damit brüsteten, Forschungsprogramme mit Israel gestoppt zu haben. Oder an den Waadtländer Grünen-Nationalrat Raphaël Mahaim, der sich daran stört, dass die Fifa den israelischen Fussballverband immer noch nicht sanktioniert habe. Und so weiter.
Massimo Lorenzi, der Star unter den RTS-Sportjournalisten, wollte den Kommentar seines Kollegen derweil nicht kommentieren. Noch vor den Spielen argumentierte er mit der RTS-Olympia-Berichterstattung gegen die 200-Franken-Initiative. Nun verwies er auf Anfrage auf die offizielle Stellungnahme des Staatsfunks, wonach man Rennas Sequenz von der Webseite entferne. Service poubelle statt Service public.