Antisemitismus in Bosnien-Herzegowina: Rabbiner dürfen sich nicht in der Hauptstadt Sarajewo versammeln
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Antisemitismus in Bosnien-Herzegowina: Rabbiner dürfen sich nicht in der Hauptstadt Sarajewo versammeln

Es ist nicht das erste Mal, das Sarajewo für schlechte Schlagzeilen sorgt: Dort wurde 1914 der habsburgische Thronfolger erschossen, was den Ersten Weltkrieg auslöste. Und dort wütete von 1992 bis 1995 der blutige Bosnienkrieg.

Jetzt wurde eine seit längerem vorbereitete Rabbiner-Konferenz in Sarajewo kurzfristig abgesagt. Diese sollte ein Symbol für Dialog und Religionsfreiheit sein. Es handelte sich um eine Initiative des Büros des Hohen Repräsentanten für Bosnien und Herzegowina (OHR) und der damaligen Bürgermeisterin Benjamina Karic.

Antisemitismus in Bosnien-Herzegowina: Rabbiner dürfen sich nicht in der Hauptstadt Sarajewo versammeln

Man wollte mit dieser Rabbiner-Konferenz ein bewusstes Signal senden: Sarajewo sollte Symbol sein als Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft, zwischen den Glaubensrichtungen und Europa. Alles war vorbereitet – bis Minister Adnan Delic zum Schlag ausholte: Israel wurde plötzlich gleichgesetzt mit Völkermord, die Rabbiner gelten jetzt als Provokation.

Das Hotel in Sarajewo, in dem die Konferenz geplant war, sagte ab. Die Regierung schwieg. Und die Europäische Union? Sie belässt Bosnien-Herzegowina im Status eines Beitrittskandidaten – mit geschlossenen Augen und verschlossenen Ohren.

Sarajewo feiert sich als Stadt der Toleranz – solange keine Rabbiner auftauchen. Eine Regierung, die jüdisches Leben so behandelt, braucht keine EU-Beitritts-Gespräche. Sie braucht einen moralischen Kompass.

Die Konferenz findet nun in München statt. Immerhin zeigen die Europäer diesbezüglich etwas Rückgrat. Allerdings nicht gegenüber den Muslimen von Bosnien-Herzegowina, also dort, wo dieses am dringendsten gebraucht würde.

Die Toleranz endet in Sarajewo da, wo die Kippa beginnt.

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