Der Iran und die USA setzen ihre indirekten Atomgespräche in der Schweiz fort. Der iranische Aussenminister Abbas Araghtschi ist am Sonntag zur zweiten Verhandlungsrunde nach Genf gereist. Dort sollen die Gespräche am Dienstag weitergeführt werden, wie die staatliche Agentur Irna meldet. Wie bereits bei der ersten Runde am 6. Februar übernimmt der Oman die Vermittlerrolle.
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Im Zentrum steht der Versuch, das iranische Atomprogramm wieder stärker zu begrenzen. Washington will verhindern, dass Teheran in den Besitz von Atomwaffen gelangt. Der Iran zeigt sich grundsätzlich bereit zu Einschränkungen, verlangt jedoch im Gegenzug die Aufhebung wirtschaftlicher Sanktionen. Themen wie das Raketenprogramm oder die Unterstützung antiisraelischer Gruppen schliesst Teheran vorab aus. Araghtschi plant zudem Gespräche mit dem IAEA-Chef Rafael Grossi.
Die Verhandlungen finden in einer angespannten regionalen Lage statt. Im Januar liess das Regime Massenproteste im Land gewaltsam niederschlagen. US-Präsident Donald Trump reagierte mit Drohungen und verstärkte die amerikanische Militärpräsenz rund um den Iran. Inzwischen wurde ein zweiter US-Flugzeugträger in die Region entsandt – als zusätzliche Drohkulisse. Die Sorge wächst, dass ein Scheitern der Gespräche die Gefahr eines neuen Konflikts erhöhen könnte.
Die Wahl der Schweiz als Verhandlungsort folgt diplomatischer Tradition. Teheran und mehrere Golfstaaten schätzen die neutrale Rolle Berns, zumal die Schweiz im Iran die Interessen der USA vertritt, die dort keine eigene Botschaft haben. Genf ist damit erneut Schauplatz eines heiklen Dialogs zweier verfeindeter Staaten.