Erstmals hat die neue Bundesregierung einen Charterflug organisiert, um Afghanen mit Aufnahmezusage nach Deutschland zu bringen. Am Dienstag landeten 192 Personen aus Islamabad in Erfurt, berichtet das Portal Apollo News. Die meisten von ihnen seien Frauen. Nach ihrer Ankunft wurden alle in das Grenzdurchgangslager Friedland gebracht, das zuletzt durch einen tödlichen Angriff eines Irakers auf eine Jugendliche bundesweit für Schlagzeilen sorgte.
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Die Einreise erfolgte im Rahmen mehrerer humanitärer Aufnahmeprogramme, die seit der Machtübernahme der Taliban 2021 greifen. Ziel ist laut Bundesregierung, besonders gefährdeten ehemaligen Ortskräften und deren Angehörigen Schutz zu gewähren. Laut offiziellen Angaben wurden bereits rund 36.000 Afghanen aufgenommen – nur ein Bruchteil davon soll jedoch tatsächlich mit der Bundeswehr zusammengearbeitet haben.
Noch immer warten etwa 1900 Menschen mit gültiger Aufnahmezusage in Islamabad. Pakistan setzt Deutschland indes unter Druck: Sollte die Einreise bis Jahresende nicht erfolgen, drohen Abschiebungen. Das Auswärtige Amt geht hingegen davon aus, dass Afghanen mit gültiger Zusage vorerst bleiben dürfen.