Nach dem Messerangriff auf eine Lehrerin und einen Passanten in Essen hat die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Der mutmassliche Täter, ein Jugendlicher, soll laut Karlsruher Behörde aus einer «radikal-islamistischen Überzeugung heraus» gehandelt haben. Die Tat richtet sich gegen die freiheitliche Gesellschaftsordnung in Deutschland und ist geeignet, «die innere Sicherheit der Bundesrepublik zu beeinträchtigen», wie die Zeit berichtet.
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Zunächst soll der Schüler an einer berufsbildenden Schule in Essen einer Lehrerin in den Bauch gestochen haben. Anschliessend habe er auf der Strasse einen Mann mit einem Messer angegriffen. Beide Opfer wurden schwer verletzt. Der Tatverdächtige habe sich auf der Suche nach weiteren Opfern auch zur Alten Synagoge in Essen begeben, dort aber keine «aus seiner Sicht geeignete Person» angetroffen, teilte die Bundesanwaltschaft mit. In der Nähe des Hauptbahnhofs wurde der mutmassliche Täter von der Polizei angeschossen und dabei schwer verletzt. Er musste auf die Intensivstation eingeliefert werden.
Ein Richter des Amtsgerichts Essen erliess Haftbefehl wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung. Wegen seines Gesundheitszustands wurde dieser erst verzögert verkündet. Der Tatverdächtige wird derzeit im Krankenhaus bewacht. Laut NRW-Innenminister Herbert Reul weisen sich verdichtende Hinweise auf ein islamistisches Tatmotiv, unter anderem durch Videos und Datenträger.
Wie die Zeit weiter berichtet, war der Jugendliche bereits 2023 polizeilich bekannt – unter anderem wegen Bedrohung, gefährlicher Körperverletzung und des Besitzes kinderpornografischen Materials. Der Staatsschutz hatte ihn bislang nicht im Fokus. Die Zentralstelle für Terrorismusbekämpfung ist ebenfalls in die Ermittlungen eingebunden.