Die Städte und Gemeinden in Deutschland stecken finanziell in einer tiefen Krise: Im ersten Halbjahr 2025 verzeichneten sie laut Statistischem Bundesamt ein Rekorddefizit von 19,7 Milliarden Euro. Der Hauptgrund für die Misere: Die Ausgaben der Kommunen steigen schneller als ihre Einnahmen.
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Besonders belastend sind laut Statistik die stetig wachsenden Sozialausgaben – etwa für Bürgergeld oder Flüchtlingsunterbringung –, die mittlerweile bei 44,5 Milliarden Euro liegen, schreibt die Bild-Zeitung. Auch die Zuschüsse an Kitas und soziale Einrichtungen sowie die Personalkosten treiben die Haushalte in die Höhe. Hinzu kommt ein massiver Zinsanstieg: Allein die Zinslast wuchs um fast 19 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro.
Zwar konnten die Städte ihre Einnahmen leicht steigern – etwa durch höhere Gebühren für Müllabfuhr oder Schwimmbäder –, doch das reicht bei weitem nicht aus, um die Kostenexplosion auszugleichen. Die Gewerbesteuer, wichtigste kommunale Einnahmequelle, blieb nahezu unverändert bei 31,4 Milliarden Euro.
Im Vergleich zum Vorjahr ist die Entwicklung dramatisch: 2024 lag das Defizit bei 17,5 Milliarden Euro, 2023 noch bei 7,3 Milliarden.