Kinder mit Migrationshintergrund haben in der Schweiz deutlich schwächere Sprachkompetenzen als Gleichaltrige mit Schweizer Eltern. Laut einer OECD-Studie liegen 15-Jährige mit zugewanderten Eltern bei den Lesefähigkeiten im Schnitt ein ganzes Schuljahr zurück. Grössere Unterschiede gibt es nur in Österreich, Dänemark, Finnland und Schweden.
© KEYSTONE / SALVATORE DI NOLFI
Über 60 Prozent der in der Schweiz geborenen Kinder mit ausländischen Eltern sprechen zu Hause nicht die Landessprache – ein im europäischen Vergleich hoher Wert.
Obwohl das allgemeine Bildungsniveau in der Schweiz hoch sei, würden die Unterschiede dadurch besonders sichtbar. Lehrpersonen berichten zudem von Verständigungsproblemen mit Eltern, die kaum Deutsch, Französisch oder Italienisch sprechen.
Laut OECD betrifft das Problem nicht nur Geflüchtete: Der Asylbereich mache nur etwa sieben Prozent der Zuwanderung aus, drei Viertel erfolgten über die EU-Personenfreizügigkeit. Die Organisation fordert gezieltere Sprachförderung, um die Chancengleichheit im Bildungssystem zu verbessern.