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Deutschlands Aussenminister Johann Wadephul hat die französische Haushaltspolitik kritisiert und damit in Paris Empörung ausgelöst. In einem Interview im Deutschlandfunk bezeichnete der CDU-Politiker die französischen Anstrengungen zur Erhöhung der Verteidigungsausgaben als «unzureichend».
Macron spreche «immer wieder richtigerweise von unserem Streben nach europäischer Souveränität», sagte Wadephul. «Bedauerlicherweise sind die Anstrengungen auch in der Französischen Republik bisher unzureichend, das zu leisten.» Frankreich sei «aufgerufen, das zu machen, was wir hier machen, mit schwierigen Diskussionen Investitionsfähigkeit herbeizuführen, auch im sozialen Bereich die eine oder andere Sparmassnahme zu ergreifen, auch in anderen Bereichen zu sparen, um für das zentral wichtige Ziel der Verteidigungsfähigkeit Europas Luft zu haben.» Zudem erklärte er: «Da ist noch Luft nach oben.»
Französische Medien reagierten mit deutlicher Kritik. Le Monde schrieb, Deutschland halte Frankreichs Bemühungen für «unzureichend». La Tribune sprach von einer «ungewöhnlich scharfen Erklärung», Libération wertete die Aussagen als Aufforderung an Präsident Emmanuel Macron, Sozialausgaben zugunsten der Verteidigung zu kürzen.