Ein ehemaliger Schweizer Offizier äussert sich nach einem Angriff auf einen russischen Tanker im Mittelmeer kritisch über die ukrainische Führung. Ralph Bosshard, früher Oberstleutnant im Generalstab, sagte der russischen Nachrichtenagentur Tass, die ukrainische Führung gerate «immer stärker aus dem Ruder».
Bosshard erklärte weiter, der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski werde für westeuropäische Partner zur «ungelenkten Rakete». Anlass seiner Aussagen ist der Vorfall um den Flüssiggastanker «Arctic Metagaz», der Mitte März zwischen Malta und Lampedusa durch Explosionen und einen Brand beschädigt wurde.
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Laut libyscher Hafenbehörde wurde das Schiff mutmasslich durch eine ukrainische Drohne angegriffen, die von der libyschen Küste gestartet sei. Russland verurteilte den Vorfall als «Terrorangriff». Die Ukraine äussert sich nicht.
Die «Arctic Metagaz» steht auf Sanktionslisten der USA und der EU und gehört zur sogenannten «Schattenflotte» Russlands, mit der Handelsbeschränkungen umgangen werden. Bereits im Dezember 2025 war im Mittelmeer erstmals ein russischer Tanker angegriffen worden.
Bosshard bezeichnete den Angriff als Teil einer «neuen Front gegen Öl- und Gastransporte». In westlichen Medien herrsche darüber «fast ein peinliches Schweigen».