Während in Europa über Altersgrenzen und Zugangskontrollen für soziale Medien debattiert wird, hat eine Schule im australischen Perth bereits gehandelt. Die traditionsreiche Hale School im Stadtteil Wembley Downs erlaubt ihren Schülern bis zur Jahrgangsstufe acht nur noch sogenannte «Dumbphones» – einfache Mobiltelefone ohne Internetzugang, berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ). Damit will die Schule nicht nur Mobbing eindämmen, sondern auch die Kommunikationsfähigkeit der Jugendlichen fördern.
closeup of teenagers surfing on smartphone in the street
Das Verbot geht über den Campus hinaus: In einer freiwilligen Vereinbarung erklärten sich die meisten Eltern bereit, ihre Kinder auch zu Hause von sozialen Medien fernzuhalten. Mobbing finde heute nicht mehr auf dem Heimweg statt, sondern beim Abendessen – online, unterm Tisch, erklärte Schulleiter Dean DellʼOro der FAZ. Eine interne Umfrage ergab: 93 Prozent der Eltern befürworten eine Ausweitung des Verbots auf weitere Jahrgangsstufen.
Australien plant Ende des Jahres ein landesweites Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige. Unternehmen wie Tiktok oder Youtube müssen dann sicherstellen, dass Minderjährige keinen Zugang mehr erhalten – sonst drohen Strafen von bis zu 50 Millionen Australischen Dollar. Der Widerstand hält sich in Grenzen: Laut Umfragen unterstützen rund 80 Prozent der Bevölkerung das Vorhaben.