Baden-Baden verhindert den Bau von Windrädern und bremst damit den Ausbau der Windkraft in der Region. Die Stadt begründet den Verzicht mit ihrem Status als Unesco-Welterbe. Windenergieanlagen würden das Zusammenspiel von Stadtbild und Landschaft beeinträchtigen, das für den Schutz entscheidend ist.
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Seit 2021 gehört Baden-Baden zur Welterbestätte «The Great Spa Towns of Europe». Der Schutz umfasst nicht nur historische Gebäude, sondern auch das landschaftliche Umfeld. Die Stadt legt diesen Anspruch weit aus: Auch Anlagen ausserhalb der eigentlichen Schutzzonen könnten das Gesamtbild stören.
Damit steht Baden-Baden quer zu den Ausbauzielen der Energiewende. Bund und Länder wollen bis 2032 rund zwei Prozent der Fläche für Windkraft sichern, in Baden-Württemberg liegt das Ziel bei 1,8 Prozent. Wie die Welt berichtet, wurden in der Region Karlsruhe entsprechende Flächen festgelegt – Baden-Baden blieb wegen möglicher Konflikte mit dem Welterbe ausgenommen.
Die Folgen betreffen auch Nachbargemeinden. Ein geplanter Windpark bei Gernsbach steht vor dem Aus, obwohl das Gebiet seit Jahren als geeignet gilt. Landesbehörden lehnten das Projekt zuletzt mit Verweis auf den Denkmalschutz ab. Vor Ort wächst der Widerstand, auch wegen entgangener Einnahmen.
Baden-Baden weist den Vorwurf zurück, die Energiewende zu blockieren, und setzt auf Alternativen wie Photovoltaik und Geothermie.