Die AfD in Baden-Württemberg rückt im Wahlkampf das von Kanzler Merz aufgeworfene Stadtbild-Thema in den Mittelpunkt. Unter dem Motto «Du siehst es doch auch» will die Partei gesellschaftliche Missstände und den Zustand deutscher Innenstädte aufgreifen. Spitzenkandidat Markus Frohnmaier erklärte auf einem Parteitag in Hechingen, diese Diskussion habe «den Nerv vieler Menschen getroffen» und helfe, den Wahlkampf zuzuspitzen. Dies berichten mehrere Medien.
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Landeschef Emil Sänze und Frohnmaier gaben als Ziel 25 Prozent plus x aus – die AfD-Spitze Baden-Württemberg glaubt damit an Platz eins bei den Landtagswahlen im nächsten März. «Holen wir uns die Villa Reitzenstein, machen wir die Vorhänge blau», sagte Frohnmaier. Die Villa Reitzenstein ist der Amtssitz des amtierenden Ministerpräsidenten.
Die AfD wolle die Wirtschaftskrise, Energiepolitik und Arbeitslosigkeit ins Zentrum rücken. Frohnmaier forderte eine Rückkehr zu Kernenergie, Kohle und zur Pipeline Nord Stream 2 und warf CDU, SPD, Grünen und FDP vor, beim Bürokratieabbau «jahrelang» versagt zu haben.
Zugleich signalisierten die Landeschefs Bereitschaft, eine CDU-geführte Minderheitsregierung zu tolerieren, falls AfD-Fachleute ins Kabinett einziehen dürften. Seine geplante Russlandreise verschiebe er «aus organisatorischen Gründen», so Frohnmaier. Aufmerksamkeit erregte auch sein Dank an Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer, dessen jüngste Aussagen «eine grosse Unterstützung» für den Start in den Wahlkampf gewesen seien.