Angesichts wachsender Sorgen über eine mögliche russische Aggression haben Litauen, Lettland und Estland am Freitag ein Abkommen geschlossen, das die Planung von Massenevakuierungen regeln soll. Die Innenminister der drei Länder unterzeichneten eine Vereinbarung dafür, Evakuierungsverfahren grenzüberschreitend abzustimmen, Daten zu Evakuierungs-Kapazitäten und Grenzübergängen auszutauschen und sicherzustellen, dass besonders gefährdete Gruppen nicht zurückgelassen werden. Das berichtet Politico.
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«Klare Verfahren sind entscheidend, ebenso der schnelle Austausch von Informationen», betonte Litauens Innenminister Vladislav Kondratovic. Dies solle helfen, in einer Krise rasch zu handeln und Panik zu vermeiden. Hintergrund sind die für September in Belarus geplanten russisch-belarussischen Militärmanöver «Zapad 2025», die in den baltischen Staaten Besorgnis auslösen. Kritiker verweisen darauf, dass ähnliche Übungen 2021 dem russischen Angriff auf die Ukraine vorausgingen.
Die Initiative ist Teil einer breiteren europäischen Strategie: Bereits Ende Mai hatten acht EU-Staaten, darunter auch die baltischen Länder, in einer gemeinsamen Erklärung gefordert, den Zivilschutz und die Resilienz sowohl auf nationaler als auch auf EU-Ebene zu stärken. Neben militärischer Verteidigungsbereitschaft sei auch die Fähigkeit wichtig, auf verschiedene Bedrohungen – von Naturkatastrophen bis zu hybriden Angriffen – vorbereitet zu sein, heisst es in dem Dokument.