Ausrangierte Grabdekoration auf dem Friedhof am Hoernli in Riehen am Freitag, 10 GEORGIOS KEFALAS / KEYSTONE
Es ist seit Jahren ein Kreuz um das Kreuz. Immer wieder sorgt das Symbol für Streit, obschon Christen in ihm ein Zeichen der Versöhnung, Toleranz und Nächstenliebe sehen.
Aktuell gibt es diesbezüglich Zoff in Riehen, der zweitgrössten Stadt der Nordschweiz mit einem Ausländeranteil von rund 28 Prozent. Am Hörnli in Riehen liegt der grösste Friedhof der Schweiz.
Laut Verwaltung des Zentralfriedhofs fühlen sich bei Trauerfeiern- und zeremonien immer mehr Andersgläubige von Kreuzen, christlichen Wandgemälden und selbst von Kapellennamen gestört. Die katholische Kirche Basel-Stadt zeigt sich sogar nachgiebig.
Der Sprecher des Kirchenrats sagte der Basler Zeitung: "Wenn es Menschen gibt, die dabei christliche Symbole als störend empfinden, sollte es möglich sein, diese zu verdecken oder herauszutragen."
Anders sehen das die evangelisch-reformierten Basler. Ihre Kirche kommt zwar ohne religiösen Symbole aus. Totzdem findet der Präsident: "Jene, denen diese Symbole wichtig sind, sollen sie auch erleben und sehen können."
Gegen die Verdrängung der christlichen Symbole gibt es starken Widerstand. Die SVP Riehen kämpft für den Erhalt der Friedhofkultur. In einer Petition fordert sie Parlament und Regierungsrat auf, solche Vorhaben zu stoppen.
Die duldsamen Vertreter der Basler Katholiken liefern immerhin noch nach: "Wenn die Grundausstattung einer Abdankungskapelle ohne christliche Symbole sein soll, ist dies ein bedenklicher Trend."
2018 liess der frischgekürte bayerische Ministerpräsident Markus Söder in einer seiner ersten Amtshandlungen öffentlichkeitswirksam ein Kreuz in seiner Münchner Staatskanzlei aufhängen. Zehn Jahre davor, damals CSU-Generalsekretär, hatte sich Söder mit einem einzigen Satz tief in die Nesseln gesetzt: "In Klassenzimmer gehören Kruzifixe und keine Kopftücher."
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