In fast jeder fünften Schulklasse in Bayern sind deutsche Muttersprachler inzwischen in der Minderheit. Das geht aus einer Antwort des bayerischen Kultusministeriums auf eine Anfrage des AfD-Landtagsabgeordneten Markus Walbrunn hervor. Demnach betraf dies im Schuljahr 2024/2025 insgesamt 10.555 Regelklassen an allgemeinbildenden Schulen. In 257 Klassen hatte kein einziger Schüler Deutsch als Muttersprache.
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Beim Blick auf den Migrationshintergrund zeigt sich ein ähnliches Bild: In 11.110 Regelklassen – das sind 18,5 Prozent – stellen Schüler ohne Migrationshintergrund die Minderheit. In 320 Klassen haben alle Kinder einen Migrationshintergrund.
Walbrunn bezeichnete die Zahlen als «Weckruf für Bayern». Kinder, die zu Hause kein Deutsch sprächen, gefährdeten «letztlich auch den Bildungserfolg ihrer Klassenkameraden». Er warf der Staatsregierung «leere Integrationsversprechen» vor.
Das Kultusministerium erklärte, kulturelle Vielfalt sei «Alltag, Herausforderung und Chance» zugleich. Schulen mit hohem Förderbedarf würden gezielt unterstützt. Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) hatte sich im Sommer dafür ausgesprochen, über mögliche Quoten für Schüler mit Migrationshintergrund zu diskutieren.