Die Vorsitzende der Linken-Bundestagsfraktion Heidi Reichinnek hat in einem Interview mit der Rheinischen Post über ihre Migräne-Erkrankung gesprochen. «Ich habe diese Erkrankung, und sie belastet mich massiv», sagte die Politikerin. Viele Termine könne sie trotz der Attacken nicht absagen. «Dann muss ich mir mit Medikamenten helfen.» Wenn die Schmerzen besonders stark seien, greife sie zu einem Mittel, das ihre Konzentration stark beeinträchtige.
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Reichinnek berichtete, die chronischen Kopfschmerzattacken träten oft plötzlich auf. Ende April habe sie während der ZDF-Sendung «Markus Lanz» unerwartet eine Migräne bekommen und nicht mehr auf Fragen reagieren können. In den sozialen Medien habe sie dafür Spott geerntet. «Einige sagen sogar, dass man die Krankheit instrumentalisieren würde», so Reichinnek. Unterstützung komme hingegen von anderen Betroffenen.
Die Linken-Politikerin fordert mehr Offenheit im Umgang mit Krankheiten im politischen Betrieb. Der Bundestag bilde die Gesellschaft nicht ab – auch nicht, was chronisch Kranke oder Menschen mit Behinderungen betreffe, sagte sie. Migräne werde gerade bei Frauen oft nicht ernst genommen.