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Das belgische Parlament hat am Donnerstag mit deutlicher Mehrheit für eine Verlängerung der Laufzeit bestehender Atomreaktoren gestimmt und damit den gesetzlich beschlossenen Atomausstieg faktisch aufgehoben. 102 Abgeordnete stimmten dafür, 8 dagegen, 31 enthielten sich. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Belga.
Die Regierung unter Ministerpräsident Bart De Wever plant neben der Laufzeitverlängerung auch den Bau neuer Reaktoren. Hintergrund sind Sorgen um die Energiesicherheit, insbesondere seit Beginn des Ukraine-Kriegs.
Belgien betreibt derzeit zwei Kernkraftwerke in Doel und Tihange mit insgesamt sieben Reaktoren, von denen drei bereits stillgelegt wurden. Ursprünglich sollten die restlichen Meiler bis 2025 abgeschaltet werden. Bereits 2022 hatte die Regierung entschieden, den Atomausstieg um zehn Jahre zu verschieben.