Alles ist eine Frage der Perspektive. Das zeigt sich dieser Tage bei einem Besuch der Weltwoche in Belgrad.
An der iranischen Botschaft in der serbischen Hauptstadt hängt die Flagge auf halbmast. Kein Wunder: Der Iran befindet sich im Krieg, und das geistliche Oberhaupt des Landes, Ajatollah Ali Chamenei, ist bei einem Luftschlag der israelisch‑amerikanischen Allianz ums Leben gekommen.
Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved
Doch etwas anderes fällt auf. Vor der Auslandsvertretung wurden Blumen niedergelegt. Auf den ersten Blick könnte man meinen, sie gälten der Trauer um den Obermullah. Doch dem ist nicht so.
Die Blumen sind für Kinder bestimmt, die mutmasslich bei einem Bombenangriff im Iran getötet wurden. Wie viele es sind, weiss niemand genau. Aber die Bilder reichen, um Erinnerungen zu wecken.
Denn in Serbien sitzen diese Erinnerungen tief. 1999 wurde auch der Balkanstaat 78 Tage lang bombardiert – von der Nato. Damals ging es ebenfalls darum, einen angeblichen Schurkenstaat in die Schranken zu weisen. Doch auch jener Feldzug forderte schreckliche Kollateralschäden. Rund 2500 Zivilisten, auch Kinder, verloren ihr Leben.
Es erstaunt deshalb nicht, dass heute in Serbien mancher mit Sympathie auf den Iran blickt. Die Menschen hier wissen aus eigener Erfahrung, was Bombardements bedeuten – und wer am Ende oft den höchsten Preis bezahlt.