Die globale Energiekrise infolge der Eskalation im Nahen Osten setzt die Ukraine militärisch und wirtschaftlich zunehmend unter Druck. Das berichteten zwei ukrainische Soldaten dem Portal Politico: «Die Benzinpreise sind furchtbar», sagte einer von ihnen. «Selbst bei den Streitkräften sind unsere Treibstoffvorräte derzeit sehr begrenzt.»
Iryna Rybakova/Ukraine's 93rd Mechanized Brigade/AP/Keystone
Die stark gestiegenen Ölpreise – ausgelöst durch die Blockade der Strasse von Hormus durch Iran – treffen ein Land, das rund 85 Prozent seines Treibstoffs importiert. Diesel wird laut Aussagen aus der Truppe priorisiert an Frontverbände im Osten geliefert, während Einheiten abseits der Hauptkampflinien ihre Einsätze einschränken müssen. Von akuter Knappheit ist zwar nicht die Rede, doch Rationierungen nehmen zu.
Das ukrainische Energieministerium widerspricht öffentlich und erklärt, es gebe auf dem ukrainischen Markt «keinen Kraftstoffmangel». Die Versorgung der Streitkräfte und der Notfalldienste habe oberste Priorität, danach folge die Landwirtschaft. Bevölkerung und Wirtschaft stünden am Ende der Verteilungskette. Gleichzeitig steigen die Preise auch für Zivilisten stark an und treiben die Inflation weiter nach oben.