BERND VON JUTRCZENKA / KEYSTONE
Der Neuköllner SPD-Bezirksbürgermeister Martin Hikel verzichtet auf eine erneute Kandidatur. Auf der Kreiswahlversammlung erhielt er trotz fehlender Gegenkandidatur nur 68,5 Prozent der Stimmen – zu wenig, um weiterzumachen. Kurz nach der Abstimmung erklärte Hikel seinen Rückzug, die Versammlung wurde abgebrochen.
Auslöser ist ein offener Konflikt in der SPD. Parteilinke werfen Hikel vor, zu hart gegen Clanstrukturen vorzugehen und zu wenig gegen angeblichen «antimuslimischen Rassismus» einzutreten. In Berlin-Neukölln gilt Hikel als Vertreter einer pragmatischen Linie, der Ordnungspolitik und Integration verbinden will.
«Ich habe meinem Kreisverband ein Angebot für eine pragmatische Politik gemacht, die den Bedürfnissen meines Bezirks gerecht wird», sagte Hikel dem Tagesspiegel. Das Ergebnis gebe ihm aber nicht genug Rückenwind für einen neuen Wahlkampf.