Als Beat Jans Mitte November nach Ägypten flog, um mit dem dortigen Aussenminister ein Migrationsabkommen zu unterzeichnen, wurden auch Geschenke ausgetauscht. Dank der NZZ am Sonntag, die mit dem SP-Bundesrat unterwegs war, wissen wir: Für den ägyptischen Minister gibt es Schokolade und einen Stift. Im Gegenzug erhielt Jans eine Kopie des Staatsvertrags zwischen der Schweiz und Ägypten von 1919.
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Tracy Jans, die ihren Mann auf der Reise begleitete, bekam ebenfalls ein Geschenk, eine «kleine, golden glänzende Statue des ägyptischen Pharaos Tutanchamun». Auf Nachfrage präzisiert Oliver Washington, Jans’ Kommunikationschef, dass Tracy Jans das Geschenk behalten habe. Gemäss Laden des Grand Egyptian Museums habe diese Statue rund 100 Franken gekostet, so Washington.
Jans habe sein Geschenk, das einen symbolischen Wert habe, nicht behalten. Der Kugelschreiber von Caran d’Ache, den man dem ägyptischen Aussenminister geschenkt hat, habe einen Wert von 108.90 Franken. Geschenke von ausländischen Politikern und für ausländische Politiker stehen seit dem Zoll-Deal mit den USA im medialen Fokus.
Die Unternehmer von Schweizer Konzernen haben dem US-Präsidenten Donald Trump eine Goldbarre und eine Rolex-Uhr mitgebracht, als sie bei ihm im Oval Office vorsprechen durften. Die Geschenke sorgten in der Schweiz für heftige Kritik. Grüne und Juso haben eine Strafanzeige eingereicht wegen mutmasslicher Bestechung. Bei Trump kam der Besuch der Unternehmer indes sehr gut angekommen sein. Danach senkte er die Zölle von 39 auf 15 Prozent.
Jetzt stimmt es natürlich, dass die Geschenke zwischen dem ägyptischen Aussenminister und den Jans’ens nicht vergleichbar sind – weder im Wert noch im Ertrag. Der Wert der Rolex-Tischuhr wurde von Medien um die 20000 bis 40000 Dollars geschätzt, jenen des Goldbarrens etwas über 100000 Dollar. Durch die grosse Reduzierung der Zölle soll die Schweizer Exportwirtschaft jährlich 6 Milliarden Franken sparen, schätzt das Staatssekretariat für Wirtschaft Seco. Die (private) Investition der Unternehmer hat sich für die Schweiz gelohnt.
Jans seinerseits hat Uno-Organisationen in Ägypten einen Unterstützungsbeitrag von 1.2 Millionen Franken versprochen. Zuvor hatte er bereits 40 Flüchtige aus dem Sudan, die in Ägypten gestrandet sind, im Rahmen des Resettlement-Programms in die Schweiz umsiedeln lassen. Hier werden sie wohl zeitlebens vom Schweizer Steuerzahler alimentiert. Oder: Da haben Sie das Geschenk!