Nein, es ist kein Aprilscherz: Um das Weltklima zu retten, gibt es im Zoo Zürich nur noch Bratwürste mit Erbsenprotein. «In unseren Restaurants und an den Verpflegungsständen verkaufen wir Fleischprodukte, die bis zu einem Viertel aus Bio-Erbsenprotein bestehen», teilt der Zoo mit. Auf den Geschmack der Kalbsbratwürste, Cervelats, Wienerli und des Hackfleischs im Chili con Carne habe das «keinen Einfluss – auf die Treibhausgasemissionen hingegen schon».
Weniger Fleisch zu essen, sei ein zentraler Hebel in der Bemühung um mehr Nachhaltigkeit und den Schutz der Biodiversität – «Naturschutz beginnt auf dem Teller». Vegetarische Alternativen überzeugten Fleischesser in der Regel aber selten.
Hier setzen die Fleischprodukte mit Erbsenprotein an: Weil sie schmecken wie konventionelles Fleisch, hätten sie das Potenzial, eine möglichst grosse Menge an Menschen anzusprechen und auch echte «Fleischtiger» zu überzeugen, meint der Zoo Zürich. Ob das auch für die Tiger im Gehege gilt, ist nicht bekannt.
Tatsache ist: Bei Besuchern und Öffentlichkeit kommt das nicht gut an. «Das ist keine Wurst!», sagt einer im Blick. Das Blatt hält fest: «Zoo-Bratwurst mit Erbsenprotein schmeckt Community nicht.» Die teilvegane «Klimawurst» spalte die Besucher im Zoo Zürich, schreibt Nau.
Auf 20 Minuten wird der Vorwurf der Heuchelei erhoben. Denn gleichzeitig bietet der Zoo eine Kreuzfahrtexpedition in die Antarktis an. Und: «Kreuzfahrtschiffe stehen schon lange wegen ihrer CO2-Emissionen in der Kritik.» Die grosse Mehrheit der Leser findet, eine richtige Bratwurst müsse aus Fleisch sein, wie eine Umfrage zeigt.
Am treffendsten bringt es dieser User auf den Punkt: «Wenn ein Betrieb entscheidet, nur noch eine ideologisch geprägte Variante anzubieten, und die klassische Kalbsbratwurst komplett streicht, hat das nichts mehr mit Angebot zu tun, sondern mit Vorschrift. Ihr seid ein Zoo, kein Erziehungsinstitut.»