Bei der Grammy-Verleihung in Los Angeles sorgte Latin-Rapper Bad Bunny für einen politischen Paukenschlag. Als erster Künstler, dessen vollständig spanischsprachiges Album («Debí tirar más fotos») den Hauptpreis für das beste Album des Jahres gewann, nutzte er seine Dankesrede für einen scharfen Protest gegen die US-Einwanderungspolitik: «Bevor ich Gott danke, sage ich: ICE raus!» rief der 31-jährige Puerto Ricaner unter tosendem Applaus.
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Der Rapper, der in seinem preisgekrönten Werk traditionelle Rhythmen seiner Heimat mit modernen Beats verbindet, widmete das Album der kulturellen Identität Puerto Ricos – und kritisierte erneut die US-Behörde für «Immigration and Customs Enforcement» (ICE), der er Razzien und unmenschliche Praktiken vorwirft. Aus Sorge vor Abschiebungen seiner Fans hatte Bad Bunny bereits frühere Tourauftritte in den USA abgesagt.
Auch Billie Eilish, ausgezeichnet für den Song des Jahres («Wildflower»), nutzte die Grammys für politisches Statements: «Niemand ist illegal auf gestohlenem Land», erklärte sie – ein direkter Seitenhieb auf die US-Migrationspolitik unter Donald Trump. Eilish: «‹Fuck ICE› ist alles, was ich sagen möchte.»
Weitere Preisträger des Abends: Lady Gaga gewann mit «Abracadabra» in der Kategorie Beste Dance-Pop-Aufnahme, der Dalai Lama wurde für sein Hörbuch «Meditations» ausgezeichnet, Olivia Dean erhielt den Grammy als beste Nachwuchskünstlerin. Und US-Regisseur Steven Spielberg erreichte mit seinem Musikfilm über John Williams den begehrten EGOT-Status.