Microsoft-Gründer Bill Gates hat seine Kontakte zu Jeffrey Epstein erneut als «Fehler» bezeichnet – und sich öffentlich entschuldigt. «Es war dumm von mir, Zeit mit ihm zu verbringen», sagte Gates dem australischen Sender 9News. «Jede Minute, die ich mit ihm verbracht habe, bereue ich, und ich entschuldige mich.»
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Gates betonte, er habe Epsteins berüchtigte Privatinsel nie betreten und auch nie Frauen getroffen, die der Geschäftsmann ihm vermittelt haben soll. Hintergrund: In neuen Akten des US-Justizministeriums finden sich Hinweise auf ein mögliches Erpressungspotenzial Epsteins gegenüber Gates – darunter ein gespeicherter E-Mail-Entwurf aus 2013 mit unbelegten Vorwürfen zu angeblichen Krankheiten und Ehebruch. Gates nannte die Inhalte «absurde und vollkommen falsche Behauptungen» eines «erwiesenen, verbitterten Lügners».
Epstein war 2019 unter bislang ungeklärten Umständen tot in seiner Gefängniszelle in New York aufgefunden worden. Ihm wurde der Betrieb eines systematischen Missbrauchsrings vorgeworfen. Zahlreiche Prominente, Wirtschaftsführer und Politiker hatten Kontakt zu Epstein – darunter auch der britische Premierminister Keir Starmer, was in London inzwischen zu politischen Konsequenzen führen könnte.
Gates sagte, seine Treffen mit Epstein – die auf dessen Versprechen zurückgingen, wohlhabende Kreise für Gesundheitsprojekte spendenbereit zu machen – hätten allein philanthropische Gründe gehabt. Diese Kontakte seien zwischen 2011 und 2013 zustande gekommen.
Auch Melinda French Gates hatte sich kürzlich zum Fall geäussert. In einem Interview sprach sie von «unglaublicher Traurigkeit» und zeigte sich «froh, weg von all dem Dreck zu sein». Die Weltwoche berichtete. Ihre Scheidung von Bill Gates im Jahr 2021 war unter anderem durch die Enthüllungen rund um Epstein mit beeinflusst worden.