Zu den interessantesten Passagen des Gesprächs zwischen US-Präsident Donald Trump und dem deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz gestern im Weissen Haus in Washington zählten jene über Krieg und Frieden.
Beim Thema der deutschen Rüstungsausgaben, die auf 3,5 Prozent des Bruttoinlandprodukts steigen sollen, frage er, Trump, sich immer: «Oh, ist das gut oder schlecht?»
Vergessen sind heute schon vielerorts die Vorbehalte, Befürchtungen und Beschränkungen der Alliierten gegenüber der deutschen Aufrüstung nach zwei Weltkriegen. Trump erinnert sich daran aber noch sehr wohl.
«Es ist gut», sagte er. Es sei gut, dass die Deutschen auch ihren Beitrag zur Sicherheit des Kontinents leisten würden.
Doch es hat Grenzen: «Aber es gibt einen Punkt, an dem ich sage: Bitte rüstet nicht mehr weiter auf», so Trump weiter zu Merz. «Wir werden Sie im Auge behalten.»
Es ist ein symbolträchtiger Tag für solche Diskussionen. Heute, am 6. Juni, jährt sich der D-Day, die Invasion der Normandie durch die Alliierten im Zweiten Weltkrieg – der Anfang vom Ende der Nazi-Herrschaft im Westen.
«Das war kein angenehmer Tag für Sie», bemerkte Trump. Merz konterte: «Herr Präsident, das war die Befreiung meines Landes von der Nazidiktatur.»
Ja, so war es. Allerdings mussten die Deutschen dazu mit Panzern und Bomben gezwungen werden. Selbst hatten sie es nicht geschafft.
Diese Ambivalenz brachte ein anderer auf den Punkt, der am 6. Juni ebenfalls ein Jubiläum feiert: der deutsche Jahrhundertschriftsteller Thomas Mann, geboren vor 150 Jahren. Er sprach von einer «vernichtenden Befreiung».