Marine Le Pen macht Donald Trump für die steigenden Energiepreise verantwortlich und wirft ihm Fehlentscheidungen im Iran vor. In einem Interview mit Le Parisien sagte die Vorsitzende des Rassemblement National: «Donald Trump hat die Auswirkungen seines Eingreifens im Iran offensichtlich nicht richtig eingeschätzt. Tatsächlich zeigt sich, dass kaum Vorbereitungen getroffen worden sind.» Die Angriffe seien «blind ausgeführt worden».
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Aus Sicht der französischen Rechtspartei treibt der Krieg im Nahen Osten die Preise für Öl und Treibstoffe direkt nach oben. Die Partei fordert deshalb rasche Entlastungen für Verbraucher. Im Zentrum stehen tiefere Steuern auf Benzin und Diesel sowie vorübergehende Eingriffe in den Markt, um überhöhte Gewinne entlang der Lieferkette zu verhindern.
Die Kritik richtet sich nicht nur gegen Washington, sondern auch gegen Paris. Vertreter des Rassemblement National werfen der französischen Regierung vor, zu wenig gegen die steigenden Lebenshaltungskosten zu unternehmen. Gleichzeitig profitiere der Staat über höhere Steuereinnahmen selbst von den gestiegenen Energiepreisen. Die Regierung weist diese Vorwürfe zurück und argumentiert, Steuersenkungen würden das ohnehin hohe Defizit weiter verschärfen. Für das Jahr 2026 wird ein Fehlbetrag von rund 5 Prozent der Wirtschaftsleistung erwartet.
Zusätzliche Spannungen entstehen durch die Freigabe strategischer Ölreserven in Abstimmung mit den G-7-Staaten. Auch diesen Schritt kritisiert die Partei und sieht darin eine Politik, die eher den Interessen der Ölindustrie dient.