Bluttat von Aschaffenburg: Olaf Scholz «ist es leid», dass sich Gewalttaten «zutragen». Ist er wirklich so kaltblütig, wie seine Worte nahelegen?
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Bluttat von Aschaffenburg: Olaf Scholz «ist es leid», dass sich Gewalttaten «zutragen». Ist er wirklich so kaltblütig, wie seine Worte nahelegen?

Deutsch ist eine wunderbar präzise Sprache. In ihr lassen sich feinste Zwischentöne ausdrücken.

Sie ist aber auch eine verräterische Sprache: Gnadenlos gibt sie jeden falschen Zungenschlag, jeden Freud’schen Aussetzer preis.

Zur Bluttat von Aschaffenburg sagte der Kanzler: «Ich bin es leid, wenn sich alle paar Wochen solche Gewalttaten bei uns zutragen.»

BORIS ROESSLER / KEYSTONE
Bluttat von Aschaffenburg: Olaf Scholz «ist es leid», dass sich Gewalttaten «zutragen». Ist er wirklich so kaltblütig, wie seine Worte nahelegen?
BORIS ROESSLER / KEYSTONE

Das klingt falsch. «Ich bin es leid» wird dem Grauen nicht gerecht. Man würde sagen: «Ich bin es leid, immer hinter dir her zu räumen» oder «Ich bin dein dummes Geschwätz leid.» Hier tut sich der Redner selber leid.

Der Bundeskanzler aber ist nicht des Gezänks in der Koalition leid, sondern dass sich Gewalttaten «bei uns zutragen». Sie werden also nicht von Tätern verübt, sondern sie tragen sich zu, fallen quasi vom Himmel.

Bleibt die Frage: Ist Scholz wirklich so kaltblütig, wie seine Worte nahelegen? Oder mangelt es ihm an jeglichem Sprachgefühl?

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