Im brandenburgischen Prenzlau hat der CDU-Politiker Marek Wöller-Beetz mit Hilfe der AfD das Amt des Bürgermeisters übernommen. Bei der Wahl erhielt er 78,8 Prozent der Stimmen. Die AfD stellte keinen Gegenkandidaten und unterstützte Wöller-Beetz stattdessen aktiv. Dieser verzichtete im Wahlkampf auf das CDU-Logo und betonte, es gehe ihm nicht um Parteipolitik, sondern um die Stadtentwicklung.
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Die Zusammenarbeit zwischen CDU und AfD läuft laut RBB-Bericht «harmonisch»: Die CDU übernahm den Aufsichtsrat der Stadtwerke, die AfD den der kommunalen Wohnbaugesellschaft. Die AfD ist in Prenzlau mit 18.000 Einwohnern seit der Kommunalwahl stärkste Kraft mit 36,3 Prozent, die CDU folgt mit 23,3 Prozent – gemeinsam verfügen sie über eine stabile Mehrheit im Stadtrat.
Wöller-Beetz erklärte im Vorfeld: «Das Thema Brandmauer ist für mich ein Fremdwort.» Während CDU-Chef Friedrich Merz auf Bundesebene eine klare Abgrenzung zur AfD betont, zeigt sich in Prenzlau ein pragmatischer Kurs auf kommunaler Ebene.