Brasiliens früherer Staatschef Jair Bolsonaro steht unter dem Verdacht, einen Staatsstreich geplant zu haben – und muss deshalb eine elektronische Fussfessel tragen. Das teilte sein Pressebüro am Freitag mit. Zugleich untersagte ihm der oberste Gerichtshof jegliche Aktivitäten auf sozialen Medien sowie den Kontakt zu Personen, gegen die ebenfalls ermittelt wird – darunter auch sein Sohn Eduardo Bolsonaro, der sich derzeit in den USA aufhält und als Vertrauter von Donald Trump gilt.
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Die brasilianische Bundespolizei durchsuchte am Freitagmorgen Bolsonaros Wohnhaus sowie Räumlichkeiten seiner Partei in Brasília. Die Massnahmen sind Teil eines grösseren Verfahrens wegen eines angeblich geplanten Umsturzes. Laut einem Bericht des Tages-Anzeigers hatte der Generalstaatsanwalt Paulo Gonet bereits im Februar Anklage gegen Bolsonaro und 33 weitere Personen erhoben. Ihnen wird vorgeworfen, einen Putsch vorbereitet zu haben, bei dem unter anderem Präsident Luiz Inácio Lula da Silva vergiftet und Richter Alexandre de Moraes getötet werden sollten.
Im März liess der oberste Gerichtshof die Anklage zu. Seitdem mehren sich die rechtlichen Auflagen für den ehemaligen Präsidenten, der stets jegliches Fehlverhalten bestritten hat.