Die Europäische Union sucht nach Alternativen zum Satelliten-Internet-Dienst Starlink von Elon Musk, der für die ukrainischen Streitkräfte zur digitalen Lebensader geworden ist. Laut einem Bericht von Politico befürchtet Brüssel, dass Musk die Verbindung kappen und damit die militärische Kommunikation Kiews lahmlegen könnte.
Seit 2022 hat der Tech-Milliardär über 40.000 Starlink-Terminals in die Ukraine geliefert. Sie sichern nicht nur die Verbindung an der Front, sondern auch den Betrieb von Drohnen und anderer militärischer Technik. Das System gilt als unverzichtbar für die ukrainische Armee. Doch Musk, ein erklärter Unterstützer von Donald Trump, zeigte zuletzt zunehmend kritische Töne gegenüber Kiew und verweigerte etwa die Freischaltung von Starlink über der Krim – was einen ukrainischen Drohnenangriff auf die russische Schwarzmeerflotte vereitelt haben soll.
Die EU-Kommission sondiert laut dem Bericht nun gemeinsam mit mehreren Firmen – darunter dem französisch-britischen Satellitenbetreiber Eutelsat – Alternativen. Eva Berneke, CEO von Eutelsat, erklärte: Die Abhängigkeit könne im Weissen Haus oder in Mar-a-Lago entschieden werden. Es sei gut, mehrere Optionen zu haben. Gleichzeitig gab sie zu: Kein Anbieter könne derzeit mit der Kapazität von Starlink mithalten – SpaceX betreibt rund 7000 Satelliten, Eutelsat lediglich 600.
Ein vollständiger Ersatz sei nicht möglich, räumte Berneke ein: «Wenn wir die gesamte Konnektivität für die Ukraine und alle Ukrainer übernehmen sollten, könnten wir das nicht leisten.» Starlink verfüge über bis zu 490-mal mehr Kapazität im Vergleich zu den europäischen Systemen. Auch der kanadische Anbieter Telesat und Amazons Projekt Kuiper sind laut Bericht noch weit von einer ernstzunehmenden Konkurrenz entfernt.
Ein Sprecher der EU-Kommission bestätigte Politico, Gespräche würden mit Mitgliedsstaaten und der Industrie laufen. Der technologische Vorsprung von Musk bleibt jedoch vorerst unangetastet.